Erfolg in der Arbeit oder unsere Gesundheit? Aber wieso „oder“?
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Erfolg in der Arbeit oder unsere Gesundheit? Aber wieso „oder“?

Laut Fehlzeiten-Report 2018 sind sichere und gesunde Arbeitsbedingungen das höchste Gut. Verständlich, denn unsere Gesundheit ist die Grundvoraussetzung für ein langes und zufriedenes Leben. Also warum sollten wir sie aufs Spiel setzen?

Schauen wir mal in unseren Arbeitsalltag: Lange Pendelzeiten, Überstunden und Stress gehören für viele zur Normalität. Wir fühlen uns erschöpft, sind krank oder unzufrieden mit unserem Job. Auf der anderen Seite wollen wir erfolgreich im Beruf sein, keine Schwäche zeigen, haben vielleicht noch Verpflichtungen durch Familie oder eine unbezahlte Immobilie. Wir wissen zwar, dass es ungesund ist wie wir arbeiten. Der Weg aus dieser Situation hinaus scheint uns aber unmöglich.

Wie ich einmal gearbeitet habe

Ich kann das alles sehr gut nachfühlen, denn ich war bereits selbst in dieser Situation: Mit 23 Jahren durfte ich eine Stelle als junger Unternehmensberater für Banken und Finanzdienstleister annehmen und erfüllte alle Klischees dieser Berufsgruppe: Ich bin viel auf Reisen gewesen, habe meist eine Stundenanzahl jenseits von Gut und Böse pro Woche gearbeitet und hatte wenig Freizeit. Neben dem Beruf wollte ich mich dann noch weiterbilden und belegte daher noch ein berufsbegleitendes Master-Studium in Wirtschaftspsychologie. Ist doch alles ganz normal, oder?

Wenn ich das im Nachgang so durchlese, war eigentlich schon damals abzusehen, dass die Gesundheit bei dem Pensum irgendwann rebellieren musste. Doch in meiner jungen Naivität ignorierte ich das Thema Gesundheit. Was sollte mir schon passieren? Ich war motiviert – und andere haben das vor mir doch auch schon geschafft! Außerdem war ich in meiner Jugend Leistungssportler, mir brauchte niemand etwas von Gesundheit erzählen. Ich war doch gesund!

Doch mit der Zeit ging dieses Arbeitspensum stark an die körperliche Substanz. Die Belastung führte irgendwann dazu, dass ich mich ausgelaugt und erschöpft fühlte. Von Sonntag zu Montag konnte ich häufig nicht schlafen, da meine Gedanken schon in der Arbeit waren. Dazu noch der stressige Arbeitsalltag. Ich merkte häufig mittwochs schon, dass der “Tank” eigentlich leer und ich reif fürs Wochenende war. Selbst im Urlaub brauchte ich meist mehrere Tage, um meinen Körper mental herunterzufahren. Wenn ich es überhaupt schaffte. So konnte es nicht weitergehen.

Wie ich zwischen Erfolg in der Arbeit und Gesundheit ein „und“ setzte

Da die Unzufriedenheit mit der Zeit stieg, überlegte ich, wie ich aus der Situation herauskommen könnte. Obwohl ich wusste, dass es ungesund und schädlich für mich war, brauchte ich insgesamt sieben Monate, um mich zu einer finalen Entscheidung durchringen zu können. Lange hielt ich an dem Gedanken fest, dass ich doch einen sehr gut bezahlten Job habe und es nun mal dazugehörte viel zu arbeiten. Ich dachte mir, irgendwie wird das schon wieder. Aber die Situation änderte sich nicht und ich entschied schlussendlich nach vier Jahren im Unternehmen zu kündigen. Ohne Perspektive auf einen neuen Job.

In den folgenden Monaten nutzte ich dann die freie Zeit, um mein Studium zu beenden, zu reisen und mir bewusst zu werden, wie ich in Zukunft arbeiten möchte. Auf jeden Fall musste es anders werden als bisher.

Was ich aus diesen Erfahrungen gelernt habe

Ich weiß, dass ich mit dieser Geschichte viel Persönliches preisgebe. Ich möchte damit zunächst zeigen, dass es Tiefpunkte im Leben gibt mit denen wir offen umgehen sollten und uns helfen unser eigenes Handeln zu hinterfragen. Besonders das echte Wohlbefinden preiszugeben, sich verletzlich und schwach zu zeigen, hat mich dabei viel Mut gekostet. Mut, den ich zurückliegend nicht immer hatte. Besonders nicht gegenüber dem Arbeitgeber. 

Doch für mich steckt in dieser Niederlage auch die Grundlage für einen Neuanfang. Einerseits zeigen mir die Erlebnisse, die Gesundheit zu missachten bringt vielleicht kurzfristigen Erfolg, aber langfristig nehmen wir uns damit die Grundlage für ein glückliches Leben. Ein wichtiger Erfolgsfaktor sind dafür die Rahmenbedingungen, in denen wir arbeiten.

Mein Erfolg selbst in die Hand zu nehmen und mir somit Arbeitsbedingungen zu gestalten, in denen ich lange gesund bleiben kann, waren die wesentlichen Motivatoren für meine Selbstständigkeit. Klar könnte ich jetzt Allen empfehlen, sich ebenfalls selbstständig zu machen. Doch nicht jeder will das.

Was Unternehmen aus diesen Erfahrungen lernen können

Unternehmen können sich dem Thema Gesundheit trotzdem nicht verschließen. Mein Beispiel bestätigt, dass Überlastung durch psychischen Druck (20,6%) und durch Überstunden (12,8%) zu den Top 10 der Kündigungsgründe gehören.

Kündigt der Beschäftigte, kostet es das Unternehmen viel Zeit und Geld die Stelle neu zu besetzen. Dazu hat sich durch den Fachkräftemangel das Machtverhältnis auf dem Arbeitsmarkt verschoben. Suchten früher die Unternehmen den passenden Bewerber aus, können heute die Fachkräfte aussuchen, wo und für wen sie arbeiten. Dazu achten Arbeitnehmer zunehmend auf ein attraktives Arbeitsumfeld, wie z.B. faire Überstunderegelungen, flexible Arbeitszeiten oder betriebliche Gesundheitsangebote. 

Ich kann die Situation der Unternehmen zwar teilweise nachvollziehen. Muss doch zunächst die Wirtschaftlichkeit sichergestellt werden, um den Fortbestand des Unternehmens zu ermöglichen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Gehören zu einem betriebswirtschaftlich gesunden Unternehmen nicht auch gesunde Mitarbeiter? Diskutieren Sie gerne mit, ich freue mich auf Ihre Beiträge!

Menschenkönner: Was steckt hinter dem Namen?
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Menschenkönner: Was steckt hinter dem Namen?

Erfahren Sie in diesem Artikel die Geschichte und Hintergründe zu dem Namen Menschenkönner.

Erste Lektion: Ein Markenname sollte Aufmerksamkeit erreichen

Wie bei jeder gut geplanten Selbstständigkeit steht zu Beginn ein überzeugender Business Plan. Auch ich stellte mich Ende 2019 dieser Aufgabe. Damals, muss ich ehrlich zugeben, habe ich dem Markennamen nicht wirklich Aufmerksamkeit geschenkt und machte es mir daher einfach. Ich nannte mich zunächst “LK – Unternehmensberater Lars Kaulfuß”. Warum nicht?! Die Kombination aus den Anfangsbuchstaben der Namen plus das Wort “Unternehmensberater”?! Es gibt doch viele, die sich so nennen. Also reicht das auch für mich. Und genau da lag schon mein erster Fehler. Vor allem, wie will ich mit so einem Namen auffallen?

Spätestens bei der Bestellung meiner ersten Visitenkarte ist mir der Fehler dann aufgefallen und ich kreierte mir einen neuen Namen. Herauskam: Lars Kaulfuß – Experte für psychische Belastung bei der Arbeit. Ich, stolz auf meinen ersten Namen mit Logo, bestellte mir die passenden Visitenkarten. Nachdem sie angekommen waren, zeigte ich sie meiner Partnerin, die nichts anderes sagte wie: “Mh, schön.”. Begeisterung sieht anders aus. Jedoch dachte ich mir: “Ich muss jetzt irgendwie anfangen. Den Namen kann ich auch später noch ändern.”.

In den ersten Wochen meiner Selbstständigkeit verteilte ich dann auf Veranstaltungen und Terminen meine ersten Visitenkarten. Die Reaktionen auf Name und Logo waren, wie soll ich es im Nachgang auch anders erwarten, neutral oder nicht vorhanden. Also wirklich Aufmerksamkeit konnte ich damit nicht erreichen. Doch wie der Zufall so kommt, sollte sich auch für diese Baustelle noch eine Lösung bieten.

Da ich in der Zeit viel von zu Hause gearbeitet habe und mir auf Dauer die eigenen vier Wände zu viel wurden, suchte ich nach einem alternativen Arbeitsplatz. In diesem Zuge probierte ich den Coworking-Space im Krämerloft Erfurt aus. Dabei traf ich zufälligerweise auf Steven Bethke von eduversity. Wir kamen schnell ins Gespräch und unterhielten uns über Ideen und Projekte. Und wie nach einem interessanten Gespräch üblich, überreichten wir uns gegenseitig die Visitenkarten. Dabei schaute Steven meine Visitenkarte an und sagte mir diplomatisch: “Der Name und das Logo, das geht doch noch etwas besser… Oder?”

Gesagt, getan. Ein paar Tage später sahen wir uns wieder und unterhielten uns erneut über den Markennamen. Dabei schlug Steven mir den Namen Menschenkönner vor. Wir recherchierten kurz und stellten fest, der Markenname ist noch nicht vergeben. Wenige Tage später designte ich mit Marcel Mainzers Hilfe noch das Logo. Der Markenauftritt war perfekt und der Name Menschenkönner geboren.

Menschenkönner oder Menschen-kenner: Ist das nicht das Gleiche?

“Einige behaupten von sich, Menschenkenner zu sein. Aber haben Sie schon einmal einen gehört, der von sich behauptet Menschenkönner zu sein?”. Das ist häufig der Einstieg zu der Geschichte meines Markennamens. Wie unterscheidet sich jedoch der Menschenkönner zum Menschenkenner und was steckt dahinter?

Mit 29 Jahren zu behaupten, man sei Menschenkenner finde ich persönlich gewagt. Zwar hatte ich auch kurzfristig einen Geschäftspartner mit dem ich ebenfalls unter dem Namen “Die Menschenkenner” aufgetreten bin. Aber mal Markenname hin oder her, ich würde den Menschenkenner als eine Person mit umfassenden Erfahrungen und Kenntnissen zum Verhalten von Menschen beschreiben. In meiner Vorstellung passt dazu idealerweise ein Psychologe/in oder ein Mensch mit viel Erfahrung im Umgang mit Menschen (z.B. eine Führungskraft).

Auf der einen Seite habe ich mit meinem wirtschaftspsychologischen Studium bereits ähnliche fachliche Hintergründe. Jedoch fehlen mir mit Ende 20 noch einige Jahre an Lebenserfahrung, um ich mich mit Authentizität Menschenkenner nennen zu können.

Der Menschenkönner ist für mich dagegen eine Person, die:

  • auf Menschen zugehen kann,
  • Sympathien gewinnen kann, egal welchen Hintergrund & Interessen der Gegenüber hat,
  • mit den meisten Menschen gut zurecht kommt,
  • als ausgleichendes Element auftritt sowie
  • Menschen begeistern kann, Ideen und Ziele gemeinsam umzusetzen.

Ich bin der Meinung, dass diese Verhaltensweisen im wesentlichen durch die persönlichen Eigenschaften beeinflusst werden. Wie genau sich jedoch einen Persönlichkeit entwickelt, ist noch nicht vollständig erforscht. Trotzdem glaube ich, dass die genannten Eigenschaften sich unabhängig vom Alter und dem theoretischen Wissen über Menschen entwickeln können.

Ich behaupte daher selbst ein Menschenkönner zu sein, da ich diese Eigenschaften im Umgang mit Menschen lebe. Besonders als Unternehmensberater ist es umso wichtiger auf Menschen zugehen zu können, sie von Ideen überzeugen zu können und mit ihnen gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Daher reizt es mich in meinen Aufträgen umso mehr mit Menschen unterschiedlichsten hierarchischen Ebenen zusammenzuarbeiten. Egal ob normaler Mitarbeiter, Führungskraft im Mittelmanagement oder Vorstand. Jeder hat unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse und Herausforderungen. Diese jedoch zu erkennen und mit Lösungen zu bedienen, das treibt mich an.

Wollen Sie selbst herausfinden, ob ich wirklich ein Menschenkönner bin? Dann lassen Sie uns ins Gespräch kommen. Ich freue mich auf Ihre Mail an info@menschenkoenner.de oder buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch!